Loburger Kammerorchester verabschiedet sich mit einem abwechslungsreichen Konzert

13.03.2024
Kammerorchester
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Am Freitagabend lud das Loburger Kammerorchester unter Leitung von Ulrike Buchholz zu seinem finalen Konzert in den Rittersaal des Loburger Schlosses ein.

Das Publikum erwartete in festlich gediegener Atmosphäre ein abwechslungsreiches Programm mit Werken von der Barockzeit bis zur Musicaladaptation des 20. Jahrhunderts.

Im gut besuchten Rittersaal erklang zuerst Antonio Vivaldis Konzert in d-Moll für Streichorchester mit einem vollen Ensembleklang. Als Steigerung folgte das Doppelkonzert in a-Moll op. 3 Nr. 8 für zwei Violinen desselben Komponisten, bei dem die beiden jungen Solistinnen Carolina Brinkmann und Pauline Wallmeier sowohl mit virtuosen Passagen im ersten Satz als auch mit einer ruhigen Kantilene im zweiten Satz die Anwesenden in ihren Bann zogen.

Pauline Wallmeier gab zuvor Einblick in die bemerkenswerte Entstehungsgeschichte des Werkes: Vivaldi komponierte das Konzert für das von ihm geleitete Mädchenorchester am Ospedale della Pietà, einem Waisenhaus für Mädchen. – Ein eindrucksvolles Beispiel für gelungene Mädchenförderung früherer Jahrhunderte und ein passender Programmpunkt am diesjährigen Weltfrauentag.

Bei Mozarts „Divertimento“ KV Nr. 136 boten die Musikerinnen und Musiker ganz im Sinne der Bedeutung von „Divertimento“ („Vergnügen“) gute Unterhaltung.

Ulrike Buchholz wechselte zwischen den Stücken mehrfach in ihrer Rolle als Dirigentin und Konzertmeisterin.

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Ein zweites Highlight des Abends war neben dem Doppelkonzert die Darbietung von Gabriel Faurés „Élégie“ in c-Moll op. 24 in einer Bearbeitung für Cello und Orchester. Den Solopart übernahm in beeindruckender Weise Julius Käller, Schüler der diesjährigen Loburger Abiturientia, ebenso wie die beiden Solistinnen.

Mit seinem facettenreichen Spiel verstand er es, sowohl die wiederkehrende melancholische Anfangsmelodie klangvoll und mit einem angemessenen Maß an Pathos auszugestalten als auch im Mittelteil in einen beschwingten musikalischen Dialog mit dem Orchester zu treten. Die virtuos-dramatischen Passagen meisterte er souverän.

Das Orchester wurde bei diesem Werk um einen leichten Holzbläserklang, bestehend aus Flöte und Oboe, erweitert.

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Ganz ruhige und besinnliche Töne erfüllten den Rittersaal beim letzten Stück des Programms, dem „Abendsegen“ von Engelbert Humperdinck aus der Oper „Hänsel und Gretel“. Hier wurde die bekannte Melodie zuerst im zweistimmigen Bläsersatz und darauf im Streichersatz intoniert.

Das Publikum bedankte sich mit langanhaltendem Applaus für das schöne Abschlusskonzert, das von Ulrike Buchholz ausdrücklich als Geschenk an das Publikum gedacht war. Eine Zugabe durfte da nicht fehlen und brachte mit Andrew Lloyd Webbers „Phantom der Oper“ in einer Medley-Fassung wieder musikalische Spannungsmomente in den Saal. Hier wie auch bei den Vivaldikonzerten ist die gekonnte Klavierbegleitung von Alvin But, Schüler der 10. Klasse, zu erwähnen, der kurzfristig für das Orchester gewonnen werden konnte.

Ein gelungener Abend!

Ulrike Mai-Schier

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