Der bilinguale Bildungsgang an der Loburg

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Überblick

Seit dem Schuljahr 1997/98 gehört die Loburg zu den bilingualen Schulen Nordrhein-Westfalens.

Unter Bilingualität versteht man eine funktionale Zweisprachigkeit, das heißt, dass die Fremdsprache als Arbeitssprache in ausgewählten Sachfächern unterrichtet wird. Dabei handelt es sich um ein vertieftes Erlernen der Fremdsprache, da ein soziokultureller Zusammenhang erstellt wird, der den SchülerInnen ermöglicht, in eine zunächst als fremd empfundene Kultur einzutauchen, diese zu verstehen und in ihr adäquat zu handeln.

Aus pragmatischen Gründen haben wir uns für einen englischsprachigen bilingualen Zug entschieden. Da im Zeitalter der Globalisierung die Bedeutung des Englischen als internationaler Verkehrssprache ständig an Bedeutung zunimmt, sind vertiefte Kenntnisse in dieser Sprache für die kommende Berufs- und Studienwahl zunehmend von Vorteil, zumal zugleich mit den sprachlichen Fertigkeiten ein Maß an interkultureller Kompetenz erworben wird, das zu größerer Flexibilität im Denken und Handeln führen soll. Die englische Sprache soll für die SchülerInnen gewissermaßen zu einer „Zweitsprache“ werden, denn das Ziel einer bilingualen Ausbildung ist es, die SchülerInnen dazu zu befähigen, sich mit einer dem Muttersprachler angenäherten Sicherheit in denkbaren kommunikativen Situationen kultur- und sprachgerecht zurechtzufinden.

 

Anforderungen

Inhaltlich sind die Anforderungen in den Sachfächern identisch mit denen, die an die SchülerInnen im Normalzweig gerichtet werden, so dass eine spätere Zusammenführung problemlos möglich ist (vgl. dazu auch die Curricula in Erdkunde Bili und Geschichte Bili). Die Unterschiede bestehen in zwei Bereichen:

  • Zusätzlich zum Gebrauch der üblichen deutschen Sprache können die SchülerInnen ihr Wissen in den Sachfächern mit wachsender Präzision in englischer Sprache artikulieren und werden befähigt, an fremdsprachigen fachspezifischen Diskussionen teilzunehmen.
  • Durch den kulturspezifisch anders gearteten Zugriff auf Themen in den Sachfächern (deswegen verwenden die SchülerInnen in der Regel deutsches und englischsprachiges Unterrichtsmaterial) erweitern die SchülerInnen ihre Perspektive und gewinnen Wissen, Einsichten und Fähigkeiten (z.B. die Erkenntnis, dass der deutsche Blickwinkel nicht der einzig mögliche ist), die über das gewöhnliche Maß hinausgehen.

 

Organisation

Natürlich ist zur Erreichung dieser Ziele ein vermehrter Zeitaufwand erforderlich. Der Gesetzgeber hat deswegen Zusatzstunden für das Fach Englisch festgeschrieben. Damit werden im ersten Jahr Grundkenntnisse erworben, so dass im zweiten Jahr zusammen mit der Ausweitung dieser Grundkenntnisse eine allmähliche Vorbereitung auf den englischsprachigen Sachfachunterricht erfolgen kann. Um die SchülerInnen des bilingualen Zweiges optimal auf die ab Klasse 7 einsetzenden Sachfächer vorzubereiten, werden im Englischunterricht der 5. und 6. Klasse spezielle Kompetenzen und sprachliche Strukturen besonders intensiv eingeübt. Im Bereich der Kompetenzen kommt beispielsweise der Lesekompetenz eine besondere Bedeutung zu, um den späteren Umgang mit unbekannten, authentischen und sprachlich anspruchsvollen Texten und Materialien vorzubereiten. Darüber hinaus werden Lesestrategien ebenso wie Worterschließungsstrategien trainiert. Wichtige sprachliche Strukturen sind z.B. Passivformen, Vergangenheitsformen, if-clauses und Zeitphrasen. Die Vorstellung der unterschiedlichen Arten des Vokabellernens ist gerade auch für den bilingualen Unterricht von zentraler Bedeutung, damit die SchülerInnen frühzeitig eine ihrem individuellen Lerntyp entsprechende Strategie zum Vokabellernen ausbilden können.

Als erstes Sachfach wird Erdkunde in der Jahrgangsstufe 7 eingeführt und erhält ein Jahr lang eine Zusatzstunde. Als zweites Sachfach wird Geschichte in der Jahrgangsstufe 8 eingeführt – ebenfalls mit einer Zusatzstunde für ein Schuljahr. Das dritte Sachfach ist zurzeit noch Religion, wird aber perspektivisch durch Sozialwissenschaften ersetzt werden und wird dann in der Jahrgangsstufe 10 zweistündig unterrichtet.

Die bilinguale Grundbildung ist mit dem letzten Jahr der Mittelstufe abgeschlossen. Eine Fortführung in der Oberstufe empfiehlt sich. Die SchülerInnen, die einen bilingualen Abschluss auf dem Abiturzeugnis dokumentiert bekommen wollen, müssen einen Leistungskurs Englisch und einen bilingualen Grundkurs in einem der Sachfächer in die Abiturprüfung einbringen. Ein solcher – empfehlenswerter – Abschluss vereinfacht ein späteres Studium im englischsprachigen Ausland und bringt zugleich für den Beruf förderliche Qualifikationen. Darüber hinaus besteht insbesondere für bilinguale SchülerInnen die Möglichkeit zum Erwerb von Fremdsprachenzertifikaten und - seit dem Schuljahr 2008/09 – auch die Möglichkeit zum Erwerb des CertiLingua-Exzellenzlabels (vgl. dazu die Informationen auf unserer Homepage).

 

Auslandsaufenthalte

Die gesamte Jahrgangsstufe 9 nimmt an einer Sprachenfahrt nach England teil. Die bilingualen SchülerInnen werden ihrem bilingualen Profil entsprechend auf die Fahrt unter inhaltlichen, sprachlichen und interkulturellen Gesichtspunkten im Englisch- bzw. Bili-Unterricht vorbereitet und können ihre bilingualen Kompetenzen vertiefen.

Außerdem sollten bilinguale SchülerInnen zu einem – zumindest - kurzen Auslandsaufenthalt bereit sein. Unsere Schule bietet hier viele Möglichkeiten: von kurzen Austauschmöglichkeiten bis hin zu längeren (vgl. dazu die Informationen auf unserer Homepage:  Auslandsaufenthalte).

 

Beratung

Informationen zum bilingualen Zweig sind Bestandteil unseres Informations- und Beratungsprogrammes (z.B. „Tag der Offenen Tür“ für die zukünftigen Fünftklässler; vor Eintritt in die Oberstufe und vor Eintritt in die Qualifikationsphase). Zusätzlich stehen die bilingualen Englischlehrer bzw. die bilingualen Fachlehrer für individuelle Anliegen und Fragen rund um den bilingualen Zweig (z.B. auch im Zusammenhang mit CertiLingua) zur Verfügung.

 

Standardsicherung

Die Standards im bilingualen Zweig werden insbesondere durch die enge Zusammenarbeit und die Absprachen der Bili-Fachschaft, vor allem der bilingualen Erdkundelehrer und der bilingualen Geschichtslehrer gesichert.

Darüber hinaus nehmen die bilingualen Lehrer regelmäßig an entsprechenden Fortbildungen teil und das Gymnasium Johanneum nutzt die Mitgliedschaft im Arbeitskreis bilingualer Schulen NRW zur:

  • Lehrerfortbildung
  • zur strukturellen Weiterentwicklung des bilingualen Zweiges  
  • zur Materialentwicklung.

Koordinatorin des bilingualen Zweiges: Martina Dropmann
Stellvertreterin: Dr. Uta Webbeler